
Ausstellungsansicht — Ästhetische Wiederbewaffnung-30.ROHKUNSTBAU
Schloss Altdöbern, 2025
Fotografie von Suah Im, Detlev Scheerbarth
Exhibition view — Aesthetic Rearmament, 30. ROHKUNSTBAU
Schloss Altdöbern, 2025
Photography by Suah Im, Detlev Scheerbarth



Skelett II, 2025
Installation (Metall, Stoff, Kunsthaare, Lappen, Strumpfhose, Kinderstuhl, Perlen, Keramik, Spiegel), 188 × 95 × 216 cm
Skelett II, 2025
Installation (metal, fabric, artificial hair, cleaning cloths, tights, child’s chair, beads, ceramic, mirror), 188 × 95 × 216 cm
DE)
Suah Im arbeitet an künstlerischen Installationen, die das Raum-Bild als Behausung der Seele und die Seele als Wohnung der Bildzeichen identifizieren.
Auf dem Boden aufgehäufte schwarze Haare sind Spuren eines vom Selbst losgelösten Seins und stehen in Suah Ims „Skelett II“ sinnbildlich für eine vom Begehren befreite Existenz. Die darauf platzierten, mit Epoxidharz gehärteten Putzlappen zielen auf einen Übergang – von der Symbolik monotoner Hausarbeit hin zur autonomen und unabhängigen Existenz.
Die fest erstarrte, violette Vorhangform steht in Verbindung mit einem „Licht der Heilung“ und verkörpert die Sehnsucht verletzlicher Wesen nach ganzheitlicher Wiederherstellung in einer Zeit voller Unsicherheit und Wunden.
Der am oberen Teil der Struktur platzierte Puppenkopf blickt in einen darunterliegenden Spiegel. Dieser Blick, außerhalb des eigenen Körpers verortet, lässt die Grenze zwischen Subjekt und Objekt verschwimmen. Die vom Kopf der Puppe herabfallende, lange Perlenkette belebt eine meditative Haltung, die das Streben nach Befreiung von inneren Leiden verkörpert.
„Skelett II“ setzt die kontinuierliche Auseinandersetzung von Suah Im mit den Themen Körper, Identität und Transzendenz fort. Durch die Dekonstruktion und Neukonstellation alltäglicher Materialien erforscht die Künstlerin die Möglichkeit der Neubildung einer bestimmten (strukturellen) Beziehung zwischen dem „Ich“ (Subjekt) und der Wirklichkeit (dem Realen) in einer alternativen Seinsform.
EN)
Suah Im creates artistic installations that conceive of the spatial image as a dwelling of the soul, and the soul as a dwelling of pictorial signs.
The black hair heaped on the floor bears traces of a state detached from the self and, in Skelett II, symbolically evokes an existence liberated from desire. The epoxy-resin-hardened cleaning cloths placed on top suggest a transition — from the symbolism of monotonous domestic labor toward an autonomous and independent existence.
The rigid, violet curtain-like form is associated with a “light of healing” and embodies the longing of vulnerable beings for holistic restoration in a time marked by uncertainty and wounds.
The doll’s head positioned at the upper part of the structure gazes into a mirror placed below. This gaze, situated outside its own body, blurs the boundary between subject and object. The long string of beads falling from the doll’s head animates a meditative posture that embodies the striving for liberation from inner suffering.
Skelett II continues Suah Im’s ongoing engagement with the themes of body, identity, and transcendence. Through the deconstruction and reconfiguration of everyday materials, the artist explores the possibility of newly constituting a particular (structural) relationship between the “I” (subject) and reality (the Real) in an alternative mode of being.
ROHKUNSTBAU – der Name steht seit nunmehr drei Jahrzehnten für internationale Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Brandenburg. 30. ROHKUNSTBAU, das bedeutet:
Zum 30. Mal treten hochkarätige Künstlerinnen und Künstler aus zahlreichen Ländern mit ihren Werken in Dialog mit der historischen Architektur eines märkischen Schlosses und eröffnen damit neue Perspektiven und Sichtweisen auf die Gegenwart. In diesem Jahr mit einem neuen Kurator: der Berliner Kulturhistoriker und Ausstellungmacher Christoph Tannert wird diesmal die Räume des Barockschlosses Altdöbern im Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit zeitgenössischer Kunst fluten.
Der 30. ROHKUNSTBAU steht unter dem Thema „Ästhetische Wiederbewaffnung“. Angesichts einer weltweiten (Re-)Nationalisierung und (Re-)Ideologisierung von Kulturpolitik, die sich zunehmend als übergriffig gegenüber Kunst und Gesellschaft zeigt, ist eine Rückbesinnung auf die Autonomie der Kunst unerlässlich.
Die Ausstellung „Ästhetische Wiederbewaffnung“ vertraut auf die ureigene Kraft der Kunst und ihr Vermögen, sich gegen medial uniformierte Sehgewohnheiten und Verhaltensweisen zu stemmen. Mittels ortspezifischer Werke sucht die Ausstellung nach Alternativen zum Erfahrungsverlust innerhalb einer durch KI dynamisierten Wirklichkeit. Im Zentrum der Ausstellung stehen 18 avancierte künstlerische Positionen, die gerade im Insistieren auf das Ureigenste der Kunst, ihre Autonomie, ihre Freiheit und Kreativität ihre gesellschaftliche Funktion sehen.
Künstler/innen: Dafni Barbageorgopoulou (GR), Roland Boden (D), Birgit Dieker (D), Alexander Endrullat (D), Ute Faber (D), Bertram Hasenauer (A), Suah Im (KOR), Thomas Judisch (D), Bianca Kennedy (D), Szymon Kobylarz (PL), Mukenge | Schellhammer (COD/D), Katrin Plavčak (A), Anselm Reyle (D), Yvonne Roeb (D), Frank Seidel (D), Marcel Walldorf (D), Erwin Wurm (A), Thomas Zipp (D).

Ausstellungsansicht — Ästhetische Wiederbewaffnung-30.ROHKUNSTBAU
Schloss Altdöbern, 2025
Fotografie von Suah Im, Detlev Scheerbarth
Exhibition view — Aesthetic Rearmament, 30. ROHKUNSTBAU
Schloss Altdöbern, 2025
Photography by Suah Im, Detlev Scheerbarth



Skelett II, 2025
Installation (Metall, Stoff, Kunsthaare, Lappen, Strumpfhose, Kinderstuhl, Perlen, Keramik, Spiegel), 188 × 95 × 216 cm
Skelett II, 2025
Installation (metal, fabric, artificial hair, cleaning cloths, tights, child’s chair, beads, ceramic, mirror), 188 × 95 × 216 cm
DE)
Suah Im arbeitet an künstlerischen Installationen, die das Raum-Bild als Behausung der Seele und die Seele als Wohnung der Bildzeichen identifizieren.
Auf dem Boden aufgehäufte schwarze Haare sind Spuren eines vom Selbst losgelösten Seins und stehen in Suah Ims „Skelett II“ sinnbildlich für eine vom Begehren befreite Existenz. Die darauf platzierten, mit Epoxidharz gehärteten Putzlappen zielen auf einen Übergang – von der Symbolik monotoner Hausarbeit hin zur autonomen und unabhängigen Existenz.
Die fest erstarrte, violette Vorhangform steht in Verbindung mit einem „Licht der Heilung“ und verkörpert die Sehnsucht verletzlicher Wesen nach ganzheitlicher Wiederherstellung in einer Zeit voller Unsicherheit und Wunden.
Der am oberen Teil der Struktur platzierte Puppenkopf blickt in einen darunterliegenden Spiegel. Dieser Blick, außerhalb des eigenen Körpers verortet, lässt die Grenze zwischen Subjekt und Objekt verschwimmen. Die vom Kopf der Puppe herabfallende, lange Perlenkette belebt eine meditative Haltung, die das Streben nach Befreiung von inneren Leiden verkörpert.
„Skelett II“ setzt die kontinuierliche Auseinandersetzung von Suah Im mit den Themen Körper, Identität und Transzendenz fort. Durch die Dekonstruktion und Neukonstellation alltäglicher Materialien erforscht die Künstlerin die Möglichkeit der Neubildung einer bestimmten (strukturellen) Beziehung zwischen dem „Ich“ (Subjekt) und der Wirklichkeit (dem Realen) in einer alternativen Seinsform.
EN)
Suah Im creates artistic installations that conceive of the spatial image as a dwelling of the soul, and the soul as a dwelling of pictorial signs.
The black hair heaped on the floor bears traces of a state detached from the self and, in Skelett II, symbolically evokes an existence liberated from desire. The epoxy-resin-hardened cleaning cloths placed on top suggest a transition — from the symbolism of monotonous domestic labor toward an autonomous and independent existence.
The rigid, violet curtain-like form is associated with a “light of healing” and embodies the longing of vulnerable beings for holistic restoration in a time marked by uncertainty and wounds.
The doll’s head positioned at the upper part of the structure gazes into a mirror placed below. This gaze, situated outside its own body, blurs the boundary between subject and object. The long string of beads falling from the doll’s head animates a meditative posture that embodies the striving for liberation from inner suffering.
Skelett II continues Suah Im’s ongoing engagement with the themes of body, identity, and transcendence. Through the deconstruction and reconfiguration of everyday materials, the artist explores the possibility of newly constituting a particular (structural) relationship between the “I” (subject) and reality (the Real) in an alternative mode of being.
ROHKUNSTBAU – der Name steht seit nunmehr drei Jahrzehnten für internationale Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Brandenburg. 30. ROHKUNSTBAU, das bedeutet:
Zum 30. Mal treten hochkarätige Künstlerinnen und Künstler aus zahlreichen Ländern mit ihren Werken in Dialog mit der historischen Architektur eines märkischen Schlosses und eröffnen damit neue Perspektiven und Sichtweisen auf die Gegenwart. In diesem Jahr mit einem neuen Kurator: der Berliner Kulturhistoriker und Ausstellungmacher Christoph Tannert wird diesmal die Räume des Barockschlosses Altdöbern im Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit zeitgenössischer Kunst fluten.
Der 30. ROHKUNSTBAU steht unter dem Thema „Ästhetische Wiederbewaffnung“. Angesichts einer weltweiten (Re-)Nationalisierung und (Re-)Ideologisierung von Kulturpolitik, die sich zunehmend als übergriffig gegenüber Kunst und Gesellschaft zeigt, ist eine Rückbesinnung auf die Autonomie der Kunst unerlässlich.
Die Ausstellung „Ästhetische Wiederbewaffnung“ vertraut auf die ureigene Kraft der Kunst und ihr Vermögen, sich gegen medial uniformierte Sehgewohnheiten und Verhaltensweisen zu stemmen. Mittels ortspezifischer Werke sucht die Ausstellung nach Alternativen zum Erfahrungsverlust innerhalb einer durch KI dynamisierten Wirklichkeit. Im Zentrum der Ausstellung stehen 18 avancierte künstlerische Positionen, die gerade im Insistieren auf das Ureigenste der Kunst, ihre Autonomie, ihre Freiheit und Kreativität ihre gesellschaftliche Funktion sehen.
Künstler/innen: Dafni Barbageorgopoulou (GR), Roland Boden (D), Birgit Dieker (D), Alexander Endrullat (D), Ute Faber (D), Bertram Hasenauer (A), Suah Im (KOR), Thomas Judisch (D), Bianca Kennedy (D), Szymon Kobylarz (PL), Mukenge | Schellhammer (COD/D), Katrin Plavčak (A), Anselm Reyle (D), Yvonne Roeb (D), Frank Seidel (D), Marcel Walldorf (D), Erwin Wurm (A), Thomas Zipp (D).
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